top of page

Narzissmus ist nicht gleich Narzissmus: Warum wir differenzierter hinschauen müssen

  • vanessa-streek
  • 23. Okt.
  • 3 Min. Lesezeit

In den Medien werden öffentliche Persönlichkeiten gern mit psychologischen Begriffen etikettiert. „Der ist doch ein Narzisst!“ – eine Aussage, die schnell gefällt ist, gerade wenn es um polarisierende Menschen geht. Doch was viele nicht wissen: Narzissmus ist mehrdimensional, komplex – und wird häufig missverstanden.

ree

Zwischen gesundem Selbstwert und pathologischem Narzissmus


Ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein, dem Wunsch nach Anerkennung und dem Bedürfnis, gesehen zu werden, ist vollkommen menschlich. Wir alle tragen narzisstische Anteile in uns – sie helfen uns, Grenzen zu setzen, unseren Wert zu erkennen und unsere Ziele zu verfolgen.

Problematisch wird es jedoch dann, wenn diese narzisstischen Tendenzen überhandnehmen – und nicht mehr regulierbar sind. Menschen mit ausgeprägtem Narzissmus geraten oft in zwischenmenschliche Konflikte, sei es in Partnerschaften, im beruflichen Umfeld oder in sozialen Beziehungen. Sie wollen viel – können aber wenig zurückgeben.


Wann wird Narzissmus zur Störung?


Entscheidend ist nicht nur das Verhalten nach außen, sondern ob die Person selbst unter ihren inneren Mustern leidet. Genau hier beginnt der Unterschied zwischen einem Menschen mit narzisstischen Zügen und einer echten narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS). Letztere ist gekennzeichnet durch:

  • eine anhaltend überhöhte Selbstwahrnehmung,

  • eine tiefe Empfindlichkeit gegenüber Kritik,

  • geringe bis keine Empathie,

  • und eine instabile Selbstregulation.

Die Folge: Es kommt zu massiven Problemen in Beziehungen, oft begleitet von Depressionen, Angstzuständen oder sogar psychosomatischen Beschwerden.


„Ich weiß, dass ich schwierig bin – aber ich kann nicht anders“


Ein Phänomen, das ich in meiner Praxis häufig erlebe: Betroffene sind sich ihrer Muster teilweise durchaus bewusst. Sie spüren, dass sie andere Menschen kontrollieren, emotional entwerten oder ständig die Bestätigung von außen brauchen – doch sie finden keinen Ausweg aus dem inneren Druck, immer besser, stärker oder unangreifbar sein zu müssen.

Der Leidensdruck ist oft groß – besonders, wenn geliebte Menschen sich abwenden oder Beziehungen immer wieder scheitern. Gleichzeitig fällt es vielen schwer, Hilfe anzunehmen, denn das würde bedeuten, Schwäche zu zeigen. Und genau das passt nicht in das Selbstbild eines „Grandiosen“.


Die zwei Gesichter des Narzissmus


Was viele nicht wissen: Es gibt nicht den einen Narzissmus. In der Fachwelt unterscheidet man zwischen dem grandiosen und dem vulnerablen Narzissmus.

  • Der grandiose Typ tritt dominant, laut und überheblich auf. Doch hinter dieser Fassade steckt oft ein brüchiger Selbstwert, der durch ständige Aufwertung von außen gestützt werden muss.

  • Der vulnerable Typ hingegen ist nach außen eher still, wirkt sensibel, manchmal sogar schüchtern. Doch auch hier sind Selbstidealisierung, Anspruchsdenken und fehlende Empathie präsent – nur eben besser kaschiert. Diese Form tritt übrigens häufiger bei Frauen auf, während der grandiose Typ eher bei Männern beobachtet wird.


Empathiemangel – Schutz oder Strategie?


Ein zentrales Merkmal narzisstischer Strukturen ist der Mangel an echter Empathie. Aber warum? Menschen mit narzisstischen Prägungen haben oft früh gelernt, dass Nähe, Verletzlichkeit und Emotionen mit Gefahr verbunden sind. Sie schützen sich, indem sie auf Distanz gehen – emotional wie körperlich. Gefühle anderer sind für sie oft irrelevant, solange sie keinen direkten Nutzen bringen.

Empathie würde bedeuten, sich auf jemanden einzulassen, sich mitfühlend zu verbinden. Für viele Narzissten ist das nicht nur ungewohnt – es ist bedrohlich. Die Kontrolle zu verlieren, sich zu öffnen, könnte den inneren Abgrund freilegen, den sie so sorgfältig verstecken.


Was bedeutet das für dich, wenn du betroffen bist?

Wenn du in einer Beziehung mit einem Menschen steckst, der stark narzisstische Muster zeigt – egal ob laut und dominierend oder leise und manipulativ – dann erlebst du wahrscheinlich emotionale Achterbahnen, Schuldgefühle, Verwirrung und das Gefühl, „nicht genug“ zu sein. Aber du bist nicht das Problem.

Der erste Schritt in die Freiheit beginnt mit Verstehen. Wenn du erkennst, mit welchen Dynamiken du es zu tun hast, kannst du beginnen, dich emotional zu lösen, Grenzen zu setzen und zurück in deine Selbstwirksamkeit zu finden.


✅ Du willst da raus? Oder verstehen, wie du emotional frei wirst?

Mein digitales Selbsthilfeprogramm EXIT NARCISSIST hilft dir genau dabei – neuroregulativ, fundiert und wirksam. Es ist kein klassisches Coaching und keine herkömmliche Therapie, sondern ein radikal anderer Weg, der mit deinem Nervensystem arbeitet.👉 Hier mehr erfahren – oder buche dir ein Orientierungsgespräch.

Kommentare


bottom of page